Kanister aus PFAS-freier Produktion für Lebensmittelanwendungen
Müller Plastics
Müller Plastics ist seit 2007 zertifizierter Hersteller von Kunststoffverpackungen für die Lebensmittelindustrie. Am Produktionsstandort Muttenz entstehen Kanister unter klar definierten Hygiene- und Qualitätsbedingungen. Seit 2024 bildet die international anerkannte Zertifizierung FSSC 22000 die Grundlage des Lebensmittelsicherheitsmanagements.
Die Verbindung aus Schweizer Produktion, zertifizierter Lebensmittelsicherheit, Gefahrgutkompetenz und unterschiedlichen Verpackungstechnologien macht Müller Plastics zum bevorzugten Partner für Hersteller von Lebensmitteln, Zusatzstoffen, Aromen, Ölen und weiteren sensiblen Füllgütern.
Das Sortiment umfasst vier lebensmittelkonforme Kanisterreihen aus reinem HDPE in Grössen von 3 bis 30 Litern:
- GlobalCan als klassischer und vielseitiger HDPE-Kanister
- MultiCan mit EVOH-Barriere gegen Sauerstoff und Permeation
- MultiCan-Atex mit einer zusätzlichen elektrisch ableitfähigen Aussenschicht
- ReCan mit internem, wiederaufbereitetem HDPE für ausgewählte Food- und Non-Food-Anwendungen
Die passende Ausführung wird auf das Füllgut, den Transportweg, die notwendige Barrierewirkung und die gesetzlichen Anforderungen abgestimmt. Darüber hinaus sind alle Kanister von Müller Plastics mit UN-Zulassung für den Gefahrguttransport ausgestattet.
«Für uns beginnt Lebensmittelsicherheit bereits bei der Auswahl des Materials. Wo eine erhöhte Barrierewirkung gefragt ist, setzen wir auf einen genau definierten EVOH-Schichtaufbau und verzichten auf eine nachträgliche Fluorierung. So können wir den Kanister gezielt auf das Füllgut abstimmen und gleichzeitig die Anforderungen an eine PPWR-konforme Verpackung erfüllen», erklärt Mischa Deibler, Verfahrenstechniker bei Müller Plastics.
DIE PPWR SETZT NEUE PFAS-GRENZWERTE
Mit dem Ziel, die Umweltbelastung durch Verpackungen zu reduzieren sowie die Sicherheit von Lebensmittelkontaktverpackungen zu gewährleisten, gelten ab dem 12. August 2026 neue Anforderungen an die in der Europäischen Union in Verkehr gebrachte Verpackungen.
Die PPWR-Verordnung fordert, dass Verpackungen so hergestellt werden, dass das Vorhandensein und die Konzentration besorgniserregender Stoffe als Bestandteile des Verpackungsmaterials oder einzelner Verpackungskomponenten minimiert werden.
Bestimmte besorgniserregende Stoffe sind bereits durch die REACH-Verordnung reguliert. Für Schwermetalle stehen standardisierte Prüfverfahren und langjährige Erfahrungswerte zur Verfügung. Die Bewertung von PFAS stellt aufgrund der Vielzahl möglicher Verbindungen und der anspruchsvollen Analytik eine besondere Herausforderung dar.
Nach den Ergebnissen von Prüfungen repräsentativer Stichproben von Verpackungen stellt die Europäische Kommission in dem am 30. März 2026 veröffentlichten Dokument fest, dass eine Überschreitung des festgelegten PFAS-Grenzwertes von 50 mg/kg insbesondere dann zu erwarten ist, wenn PFAS absichtlich zugesetzt wurden.
PFAS werden in den Herstellprozessen von Müller Plastics nicht gezielt eingesetzt und nicht für technologische Zwecke verwendet. Durch unsere kontinuierliche Konformitätsarbeit stellen wir sicher, dass für eingesetzte Rohstoffe aktuelle Lieferantenerklärungen und relevante Nachweise zur Nichtverwendung von PFAS vorliegen.
Zusätzlich wurden repräsentative Stichproben der hergestellten Kanister durch ein externes Labor auf relevante PFAS-Parameter geprüft. Auf Grundlage der vorliegenden Prüfergebnisse erfüllen unsere Kanister die geltenden Anforderungen hinsichtlich PFAS bei Weitem.
MULTICAN: BARRIERE DURCH SCHICHTAUFBAU STATT FLUORIERUNGSPROZESS
Ein Kunststoffkanister aus herkömmlichem HDPE enthält aufgrund seines Grundmaterials keine PFAS. Relevant wird das Thema vor allem bei bestimmten nachträglichen Fluorierungsverfahren. Diese werden eingesetzt, um die Oberfläche eines bereits produzierten Kanisters zu verändern und seine Barrierewirkung zu erhöhen.
Untersuchungen der US-Umweltbehörde EPA haben gezeigt, dass bei bestimmten Fluorierungsprozessen PFAS als Nebenprodukte entstehen können. Diese Stoffe können aus der Behälterwand in ein flüssiges Füllgut übergehen. Die Erkenntnisse beziehen sich ausdrücklich auf bestimmte fluorierte HDPE-Behälter und lassen sich nicht pauschal auf alle Kunststoffkanister übertragen.
Müller Plastics erzielt die benötigte Barrierewirkung ohne eine solche nachträgliche Fluorierung. Beim MultiCan übernimmt eine integrierte EVOH-Schicht diese Funktion. Der mehrschichtige Aufbau reduziert den Sauerstoffeintrag und erschwert zugleich das Austreten bestimmter Bestandteile aus dem Füllgut.

WAS KUNDEN NUN BEACHTEN SOLLTEN
Für die sichere Wahl des Verpackungssystems sind mehrere Punkte entscheidend:
- Für jede Anwendung sollte geklärt werden, ob der Kanister für Lebensmittel, Zusatzstoffe, Chemikalien, Gefahrgut oder pharmazeutische Produkte eingesetzt wird.
- Ebenso relevant sind die Länder, in denen das abgefüllte Produkt vertrieben und die Verpackung in Verkehr gebracht wird.
- Für die eigene Dokumentation empfiehlt sich eine aktuelle und artikelbezogene PFAS-Erklärung.
- Die Betrachtung sollte das gesamte Verpackungssystem umfassen. Dazu gehören Kanister, Verschluss, Dichtung, Etikett und mögliche Bedruckungen.
- Die Aussagen «ohne absichtlich zugesetzte PFAS» und «Einhaltung der gesetzlichen PFAS-Grenzwerte» haben unterschiedliche Bedeutungen und sollten klar voneinander getrennt werden.
- Die Konformität der Verpackung erlaubt keine Rückschlüsse auf das Füllgut. Kunden bleiben für die Bewertung ihrer Rezepturen, Rohstoffe und Produktionsprozesse verantwortlich.
- Für chemisch-technische Anwendungen gelten weiterhin die bestehenden Stoffbeschränkungen nach REACH beziehungsweise in der Schweiz nach der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung. Parallel dazu wird eine umfassendere EU-weite Beschränkung der PFAS-Stoffgruppe vorbereitet. Die wissenschaftliche Bewertung durch die Europäische Chemikalienagentur soll im Verlauf des Jahres 2026 abgeschlossen werden.
Kontaktieren Sie die Spezialisten von Müller Plastics, wenn Sie Fragen haben und wenn Sie Ihre spezifischen Anforderungen prüfen lassen möchten. Wir nehmen uns Zeit, Sie fundiert zu beraten.
GUT VORBEREITET FÜR KOMMENDE ANFORDERUNGEN
Die Kanisterlösungen von Müller Plastics verbinden Lebensmittelsicherheit, technische Leistungsfähigkeit und PFAS-Konformität. Damit erhalten Kunden Verpackungen, die aktuelle Anforderungen erfüllen und zugleich auf weitere regulatorische Entwicklungen vorbereitet sind.
Und auch am Ende ihres Lebenszyklus bieten die Kanister einen weiteren Vorteil. Weil Müller Plastics auf eine nachträgliche PFAS-bildende Fluorierung verzichtet, können die entleerten und fachgerecht gereinigten HDPE-Gebinde ohne Vorbehalte dem Recycling zugeführt werden.
So schliesst sich der Kreis von der sicheren Verpackung bis zur verantwortungsvollen stofflichen Verwertung.


