CO2-neutrale Müller Group.

 

 

Ehrgeiziger, aber realistischer Absenkpfad

 

 

Eines der Hauptziele der neuen Nachhaltigkeitsstrategie ist die klimaneutrale Müller Group. Mit einer ehrgeizigen Zielsetzung soll dies bis 2045 möglich werden. Roland Tanner, Managing Director von Müller Packaging, führt im Interview aus, was diesbezüglich zu tun ist und ob die Zielsetzung realistisch, also erreichbar, ist.

 

Roland Tanner, das mit Abstand meiste CO2, dass in der Müller Group entsteht, kommt von Müller Packaging. Warum ist das so?

In unseren Werken in Münchenstein und Reiden werden jährlich Millionen von Stahlfässern hergestellt, wobei verschiedene Wärmeprozesse wie Erdgas, Erdöl, Propan und zunehmend auch elektrische Energie zum Einsatz kommen. Derzeit wird etwa zwei Drittel der Energie für das Einbrennen der Speziallacke und ein Drittel für die Nachverbrennung und Reinigung der Abluft aus den Einbrennöfen und der Raumluft benötigt.

 

Nun haben Sie und Ihr Team einen CO2-Absenkpfad definiert, der bis 2045 zum Netto-Null führen soll. Mit welcher Art von Massnahmen erreicht Müller Packaging die gewünschte Absenkung?

Alle bei uns eingesetzten Energien mit CO2 Emissionen, wurden gründlich analysiert. Wir haben Ersatzmassnahmen festgelegt und diese zeitlich in einen Plan gelegt. Die Umsetzung dieser Massnahmen erfordert erhebliche Investitionen in neue Technologien, die regelmässig, entsprechend den Lebenszyklen der Anlagen und den gewünschten CO2-Reduktionszielen, umgesetzt werden müssen. Oftmals werden bestehende Energiequellen durch elektrische Energien ersetzt, was bedeutet, dass der Bedarf an elektrischer Energie in naher Zukunft um das 2- bis 3-fache steigen wird.

 

 

Wir werden den Absenkpfad durch kurz- und mittelfristige Massnahmen mit den derzeit verfügbaren technischen Möglichkeiten erreichen.

 

Ist der skizzierte Absenkpfad realistisch oder auch ein bisschen mit Wunschdenken behaftet?

Wir werden den Absenkpfad durch kurz- und mittelfristige Massnahmen mit den derzeit verfügbaren technischen Möglichkeiten erreichen. Für langfristige Massnahmen haben wir angenommen, dass wir die Nachverbrennungen mit hohen Temperaturen mithilfe von Wasserstoff oder alternativen Energiequellen realisieren können. Die Entwicklung dieser Technik und die Sicherstellung der benötigten Energiemengen stehen jedoch noch aus. Zudem könnten uns gesetzliche Bestimmungen zu Anpassungen unserer geplanten Massnahmen zwingen. Wir werden jährlich die Zielerreichung überprüfen und bei Bedarf Massnahmen korrigieren, wobei uns eine externe Firma im Rahmen des ENAV-Programms begleitet.

 

Gibt es externe Einflussfaktoren, die Ihr ehrgeiziges Ziel torpedieren könnten?

Wir alle gehen hier neue Wege und benötigen dafür eine enorme personelle Manpower, um in 20 Jahren einen solchen Wandel zu realisieren. Um die Nachhaltigkeit global sicherzustellen, ist es wichtig, dass ähnliche Maßnahmen weltweit koordiniert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Kontinente nicht zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Dieser Abgleich ist eine große Herausforderung und viele Menschen werden nur aktiv, wenn gesetzliche Vorgaben sie dazu zwingen. Es ist entscheidend, neue Technologien zu entwickeln und in Wachstumsmärkten einzuführen, damit nachhaltiges Wachstum auch in Entwicklungsländern stattfinden kann.

 

Roland Tanner vor der Deckel- und Bodenlackieranlage im Werk Münchenstein.

 

 

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