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Gerhard Lenz führt die Schichtenprüfung eines CoEx-Kanisters unter dem Mikroskop durch.

Wenn der Geist Méchains in Muttenz spürbar wird

Überlegungen zur Qualität – von Gerhard Lenz, Leiter Qualitätskontrolle bei Müller AG Plastics.

1792 setzte sich der französische Astronom Pierre Méchain im Rahmen der sogenannten Meridianexpedition mit der Frage auseinander, wie ein Meter zu definieren sei. Bereits ein Jahr später setzte der französische Nationalkonvent – neben einem neuen Kalender – auch ein neues Längenmass fest. Damals wurde definiert, dass ein Meter der zehnmillionste Teil der Entfernung vom Nordpol über Paris zum Äquator sein soll. Ein Prototyp dieses Meters wurde 1795 in Messing gegossen.

Zeitsprung ins 2018. Gespräch mit Gerhard Lenz, Leiter Qualitätskontrolle bei Müller Plastics. Für ihn passen die beiden Worte «Qualität» und «Kontrolle» in seinem Funktionstitel nicht so richtig zueinander. «Qualität kann man nicht ‹erkontrollieren›, Qualität wird produziert.» eröffnet er den Gedankenaustausch. Vereinfacht gesagt, ist für ihn Qualität erreicht, wenn sich ein produzierter Polyethylen-Kanister innerhalb der Toleranz befindet. In seinem Bereich wird diese Qualität überprüft und dokumentiert.

Wie wichtig ist das metrische System für den Produktionsprozess?

Sämtliche Produkte werden bei Müller Plastics beim Einrichtprozess einer Erstprüfung unterzogen. Dabei werden nach einem spezifischen Prüfplan u. a. die Vermassungen überprüft und dokumentiert. Um eine Prozesssicherheit garantieren zu können, wird während dem Produktionslos regelmässig, mindestens einmal pro Schicht, nachgemessen. Ohne das metrische System könnte eine derartige Messreihe nicht systematisch durchgeführt werden.

Bei der Innendruckprüfung spielt das metrische System keine Rolle: Der Kanister muss einen definierten Innendruck aushalten. Bei Müller Plastics ist der Standard 150 Kilopascal. Diesen Druck muss der Kanister – mit Flüssigkeit gefüllt – während 30 Minuten halten.

Doch bereits bei der Fallprüfung kommt das Metermass wieder zum Einsatz. Die Polyethylen-Kanister von Müller Plastics haben eine Gefahrengutzulassung. Entsprechend sind die Kanister gekennzeichnet. Ein «Y1.4»-Wert zeigt auf, dass gefüllte Kanister, vorkonditioniert auf -18°C, einen Fall aus 1,40 Meter Höhe standhalten müssen, ohne dass Inhalte austreten. Die Minustemperatur ist eine besonders hohe Herausforderung, da Kanister in der Kälte spröde werden.

Bei den CoEx-Behältern kommen spezielle weitere Prüfungen hinzu: da wird die Ableitfähigkeit gemessen sowie die Schichtdichtenmessung. Dazu wird ein Teil aus einem Kanister herausgeschnitten, ein sogenannter Dünnschnitt angelegt. Unter dem Mikroskop werden die einzelnen Schichten überprüft und gemessen. Auch hier kommt wieder Méchains Ursprung zur Anwendung.

Übrigens: Die Dichte des Rohstoffs Polyethylen wird in Muttenz nicht geprüft. Die geforderte Qualität wird geliefert, mit entsprechendem Zertifikat.

Begeisterte Kunden

Kunden von Müller Plastics schätzen den hohen Qualitätsstandard und sind auch bereit, für die Qualität zu bezahlen. Denn diese zahlt sich immer aus – bei Gefahrenguttransport oder dank dem sicheren Schutz der wertvollen Inhaltsstoffe. Die niedrige Beanstandungsrate spricht hier auch Bände: In Muttenz werden hochqualitative Kanister produziert, die sich wohlwollend im Markt abheben – alles unter den strengen Augen des 1 Meter 91 grossen Gerhard Lenz. Der Deutsche ist stolz, mit seinem Team Schweizer Qualitätsarbeit sicherzustellen.


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